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Weine Portugals

 

Viele denken dabei bestimmt als erstes an Portwein und Vinho Verde. Doch Portugal hat mehr zu bieten: Vor allem im Bereich der Rotweine gab es in den letzten Jahren eine phänomenale Entwicklung.

Für hervorragende Qualitäten sorgen vor allem die extrem kleinen Erträge der Winzer. Portugal besitzt eine Rebfläche von 300.000 Hektar (dreimal so groß wie die Rebfläche in Deutschland). Dabei werden aber nur minimale Erträge von 20 Hektolitern pro Hektar geerntet. Im Vergleich dazu ernten Spitzenwinzer in Deutschland oder Frankreich ca. 40- 50 Hektoliter pro Hektar. Erlaubt sind in Deutschland je nach Region sogar zwischen 110 und 120 Hektolitern.

Insgesamt kann man das Klima in Portugal als gemäßigt maritim einstufen, wobei es natürlich zur Küstenebene wie auch zur spanischen Grenze regionale Unterschiede gibt. Portugal bildet ungefähr ein 600 Kilometer langes und 200 Kilometer breites Rechteck.

Eine weitere Besonderheit der portugiesischen Weine ist, dass sie mit über 500 Rebsorten die größte Vielfalt der Welt bieten. Gerade in der heutigen Zeit, in der man praktisch überschüttet wird mit modernen europäischen Rebsorten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon oder Merlot, wissen viele Weinfreunde die autochthonen Rebsorten wieder besonders zu schätzen. Aber auch in Portugal gibt es seit einigen Jahren den Trend, die besten Rebsorten zu selektionieren und die Rebhänge neu bepflanzen.

Die Alvarinhotraube wird als die edelste weiße Rebsorte Portugals bezeichnet und dient oft dem Vinho Verde als Grundlage. Unter den roten Rebsorten ist die bekannteste die Touriga Nacional, welche auch bei Spitzenportweinen nicht wegzudenken ist. Danach folgen Sorten wie Tinta barroca, Touriga Frances und Trincadeira.

Entscheidend für den Geschmack jedoch ist, aus welcher Region die Weine stammen. Das Vinho-Verde-Gebiet im äußersten Nordwesten Portugals zwischen Porto und der spanischen Provinz Galizien ist vor allem für seine frischen, säurebetonten und alkoholarmen Weissweine bekannt. Bis vor wenigen Jahrzehnten waren die Vinho-Verde-Weine zu 90 Prozent Rotweine. Letztere findet man heute nicht mehr oft, gut gekühlt schmecken sie im Sommer aber ganz vorzüglich.

Das Douro-Anbaugebiet beginnt 100 Kilometer flussaufwärts von der Mündung und erstreckt sich 100 Kilometer weiter ins Landesinnere bis zur spanischen Grenze. Kenner der Landschaft sprechen von der imposantesten, intensivsten und wildesten Weinlandschaft der Welt. Die Winzer dort tun gut daran, sich einen Esel oder ein Maultier zu halten, um die Reben in unwegsamem Gelände besser bearbeiten zu können. Bekannt ist das Gebiet vor allem für den Porto, einen Wein, der nicht nur nach seiner Herkunftsregion benannt ist, sondern auch nach dem Hafen, aus dem er verschifft wird. Heute feiert die Region große Erfolge mit kraftvollen und charakterreichen Rotweinen.

Bairrada ist ungefähr auf der Westseite Portugals auf halber Höhe zu finden. Die Rotweine werden zu 90 bis 100 Prozent aus der Baga-Traube erzeugt, welche erst sehr spät reif wird. Im Geschmack erinnern die Weine an Barolos.

Die Dao-Weine bestechen vor allem durch ihre Langlebigkeit. Die dortigen Rebberge sind meist über 50 Jahre alt und liegen weit verstreut in bergigen Landschaften zwischen dichten Eukalyptus- und Pinienwäldern. Die Erträge übersteigen selten 20 Hektoliter und die Weine verfügen über kräftige Farbstoffe und Tannine.

Die Extremadura, auch einfach als „der Westen“ bekannt, produzierte früher vorwiegend billige Weißweine. Heute hingegen besticht die Gegend mit eleganten und raffinierten Weißweinen.

Im Ribatejo wird mittlerweile besondere Sorgfalt auf Pinot Noir und Syrah gelegt, denn hier können ausländische Rebsorten frei verwendet werden. Das Preis-Leistungsverhältnis ist hier besonders günstig.

Das Alentejo wird im Ausland oft als das Kalifornien Portugals bezeichnet. Während die Weingüter in Portugal meist eine Größe von 100-150 Hektar aufweisen, gibt es im Alentejo sehr viel größere Weingüter bis zu 600 Hektar. Alentejo-Rotweine sind in Portugal, vor allem in Lissabon, zur Zeit groß in Mode. Bekannt ist die Region auch für ihr hervorragendes Olivenöl.